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Ausbildung mit Lebenshilfe

Von Daniela Wandolff Angermünde (MOZ)

ausbildung köche

Praxisnahe Ausbildung. Azubi Stefanie Schwalgun aus Schwedt Übt in der Lehrküche im MAQT-Ausbildungszentrum in Angermünde, genauso flink Gemüse zu schneiden wie Ausbilderin . Oxana Schwind (v.l.) hat über das Grundsicherungsamt eine Umschulung zur Köchin erhalten. Foto (2): MOZ/Daniela Windolff

MAQT bietet sozial benachteiligten Jugendlichen eine Perspektive / Alle Koch-Azubis bestanden Prüfungen Jeden Morgen ist das Frühstück in der Cafeteria der Märkischen Ausbildungsgesellschaft, Qualifiezierungs- und Trainingszentrum (MAQT) fürstlich gedeckt. Belegte Brote, Salate, Desserts- aufwändig und fantasievoll dekoriert - lassen Hotelatmosphäre aufkommen. Und das ist gewollt. Nicht etwa, weil die MAQT-Mitarbeiter größenwahnsinnig geworden sind. Das Frühstücksbüfett gehört zum praxisnahen Training der Koch- und Gastronomie-Azubis. Die MAQT bietet mit ihrer Erstausbildung in vier Branchen vor allem benachteiligten Jugendlichen eine Berufs- und damit Lebensperspektive. Ein ganzes Jahr hat Steffanie Schwalgun aus Schwedt Bewerbungen um Bewerbungen geschrieben. Ein Jahr hat sie nur Absagen erhalten. Und doch hat sie es geschafft, eine Lehrstelle in Ihrem Wunschberuf zu erhalten. Bei der MAQT in Angermünde wird sie zur Fachkraft im Gastgewerbe ausgebildet. "Ich bin glücklich hier einen Ausbildungsplatz bekommen zu haben. Es ist wie in einer Familie und man bekommt wirklich anspruchsvolle Aufgaben", sagt sie. Neben ihr am Herd der modernen Lehrküche im MAQT-Ausbildungszentrum snippelt Oxana Schwindt aus Angermünde Gemüse. Oxana ist schon 27 Jahre alt. Vor sechs Jahren kam sie aus Russland nach Deutschland und fand weder Ausbildung noch Job. "Das Arbeitsamt hat mich einfach vergessen." Das Grundsicherungsamt vermittelte Oxana im vergangenen Jahr eine Umschulung zur Köchin bei der MAQT. Inzwischen kommt sie gut mit der deutschen Sprache klar und hat selbstbewusstsein getankt. "Es macht großen Spaß . Vor allem haben die Ausbilder ein offenes Ohr für alle Probleme und ein großes Herz. Ich bin sicher, dass ich meine Prüfung schaffen werde, Arbeit finde und endlich mein eigenes Geld verdine", strahlt die junge Frau. Neun Azubis und zwei Umschüler werden derzeit bei der MAQT zu Köchen oder Fachkräften im Hotel- und Gastgewerbe ausgebildet. Die MAQT bildet außerdem Garten- und Landschaftsgestalter in Pinnow sowie Fachkräfte für Schutz und Sicherheit in Schwedt aus. Viele der Jugendlichen haben eine Odyssee bei der Lehrstellensuche hinter sich, kommen aus schwierigen sozialen Verhältnissen oder haben große Lernprobleme. "Für uns ist es wichtig., den Jugendlichen nicht nur eine Ausbildung anzubieten, sonden auch ihre Persönlichkeit und ihre sozialen Kompetenzen entwickeln zu helfen, ihnen Lebenshilfe zu geben, damit sie im Leben klarkommen", sagt MAQT Geschäftsführerin Anette Losensky. Das Fundament ist Vertrauen. "Wir sind tagtäglich acht Stunden mit den Jugendlichen zusammen und kennen sie oft besser als ihre Eltern. da geht es nicht nur um die Vermittlung von Fachwissen, sondern auch um persöhnliche Probeme, von Liebeskummer bis zu Stress mit der Familie"., erzählt Ausbilderin Karen Schulze-Schreck. Ganzheitliche Betreuung steht im Vordergrund. "Es ist keine Kuschelausbildung. Wir nehmen Jugendliche zwar an die Hand und bieten ganz viel Unterstützung, fordern jedoch auch knallhart Pünktlichkeit, Fleiß, Durchhaltevermögen und Umgangsformen." Zusätzlich erhalten Azubis mit Lehrnproblemen individuellen Stützunterricht. Ein enger Draht zum Oberstufenzentrum Uckermark, das die theoretische Berufsschulausbildung absichert, ermöglicht den Ausbildern und Stützlehrern, Wissenslücken geziehlt aufzufüllen. Die Auszeichnung des besten Lehrlings des Monats spornt die jungen Leute an. Ein Sozialarbeiter steht den Jugendlichen zur Seite und bietet gemeinsam mit den Ausbildern Unterstützung in lebenspraktischen Dingen, von Wohnungsantrag bis zur Suchtberatung. Schon während der Ausbildung steht Bewerbungstraining auf dem Plan. Neben der intensiven individuellen Förderung müssen sich die MAQT-Azubis auch in der Praxis bewähren. So übernehmen die angehenden Köche und Hotelfachfrauen die komplette Versorgung der Ausbildungsstätte, betreiben in Schwedt eine Schulkantine und schnuppern in Resaurants der Regionen Praxisluft. "Im letzten Lehrjahr haben alle Azubis die Prüfung bestanden", freud sich Karen Schulze-Schreck. Vier von sechs haben einen Job gefunden.

ausbildung Fachkräfte im Gastgewerbe


Stolz auf ihren zukünftigen Beruf
als Köchin bzw. Hotelfachfrau
sind Annekatrin Meinke,
Anika Kirch und Melanie Kunert (v.L.)


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