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Bis zum Nachmittag in der Schule Puschkinschule kann verlässliche Halbtagsschule werden / SVV stimmt Konzept mehrheitlich zu 06.12.2006 Angermünde (MOZ)
Von Daniela Windolff
Die Puschkinschule kann zu verlässliche Halbtagsgrundschule entwickelt werden. In einer Sonder-Sitzung stimmten die Stadtverordneten am Montagabend dem überarbeiteten Konzept der Schule zu und beauftragten damit die Verwaltung, notwendige Investitionen vorzubereiten und mögliche Förderungen zu beantragen. Mit dem Beschluss werden langwierige, teilweise kontroverse Diskussionen um das Für und Wider einer Halbtagsschule beendet. Hauptsorge einiger betroffener Eltern und Stadtverordneter galt dabei von allem dem Fortbestand der Horte auf dem Lande, deren Schließung befürchtet wurde, wenn die Grundschüler künftig bis zum frühen Nachmittag in der schule betreut werden können. Nun ist es besiegelt. Die Puschkin-Grundschule kann ebenso wie die Grundschule "Gustav-Bruhn" zur verlässlichen Halbtagsgrundschule entwickelt werden. Das bedeutet, dass alle Kinder dann bis 13.30 Uhr kostenlos in der schule betreut werden, dass gemeinsame Frühstücks- und Mittagspausen angeboten werden, dass Unterrichtszeiten flexibler gestaltet und somit individuellere Förderung möglich ist, dass neben Hausaufgabenbetreuung auch zusätzliche Freizeitmöglichkeiten angeboten werden usw. Die Stadtverordneten gaben mit nur einer Enthaltung mehrheitlich den Weg frei, nun die verlässliche Halbtagsgrundschule beim Schulamt und beim Ministerium beantragen zu können. Das Land Brandenburg hat für das Ganztagsschulprojekt Fördermittel bereitgestellt, um damit notwendige Investitionen zur Einrichtung von Ganztagsabgeordneten mitfinanzieren zu können. In der Puschkinschule fehlt z.B. eine Essenraum für die Mittagsversorgung. Auch geeignete Räume für Freizeitangebote wie Schülerküche, Kreativ- und Werkraum und Ruhezonen fehlen. Doch die räumlichen Bedingungen waren in den vergangenen Wochen nur ein Zankapfel zwischen Befürwortern und Gegnern. Viel mehr sorgten sich die Skeptiker um den Fortbestand der Horte vor allem in den Dörfern. Neben dem Hort "Am Storchenturm" in unmittelbarer Nachbarschaft der Schule werden Puschkinschüler auch in den Kitas in Frauenhagen, Mürow, Kerkow und Greiffenberg am Nachmittag betreut. Hortbetreuung ist gebührenpflichtig, die Betreuung in der schule wäre für die Eltern kostenfrei. Lediglich für zusätzliche Freizeitangebote von verschiedenen Kooperationspartnern wird teilweise ein kleines Entgelt erhoben, zum Beispiel für Musikschulausbildung. "Wir haben das Konzept noch einmal in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und den betroffenen Kitas überarbeitet und die Horte besser in die Betreuung am Nachmittag eingebunden", erklärte Schulleiter Siegfried Soldan, der glücklich über die Entscheidung der Stadtverordneten war. Immerhin endet die Antragsfrist am 15. Dezember. Siegfried Soldan betonte nach der Entscheidung, dass der Ausbau zur verlässlichen Halbtagsgrundschule ein Entwicklungsprozess sei, bei dem Eltern und Horte weiterhin eng miteinbezogen werden sollen. "Es ist aber eine große Chance, Kinder individueller fördern zu können." Kooperationsverträge hat die Puschkinschule u. a. mit dem Handball- und Volleyballklub, der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule, der Musikschule Fröhlich, dem Karnevalsverein, dem Fanfarenzug, der MAQT und der Ehm Welk - Buchhandlung abgeschlossen.
