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Computerhaus für Jung und Alt 19.11.2005 Angermünde (MOZ)
Von Kerstin Kossatz
Computerbegeisterte Kinder und Jugendliche haben ab sofort in Angermünde an den Nachmittagen wieder eine Heimat. Im Haus der MAQT in der Breitscheidstraße 109c ist das Projekt "Klick mal" nach zwei Jahren Unterbrechung wieder belebt worden. Diesmal jedoch mit einem neuen Konzept. Der Computer soll als Medium für kreative Arbeit genutzt werden und nicht als Spielgerät für den Zeitvertreib. Die Schulen freuen sich über die Ergänzung des Unterrichts. Die Kinder werden vorerst für ein halbes Jahr von fünf ausgebildeten Frauen angeleitet. Auch die ältere Generation der Stadt ist eingeladen, sich hier zu betätigen und vielleicht sogar mit den Enkeln zu lernen und Neues auszuprobieren. Als das Amt für Grundsicherung des Landkreises an den Verein mit dem Angebot herantrat, ein kommunales Projekt zu unterstützen, fiel Annette Losensky, Geschäftsleiterin für Bildung, sofort das Projekt "Klick mal" ein. Es hatte erfolgreich gearbeitet, doch dann gab es keine Förderung mehr. Ab 1. November ist das neue Computerschul-Projekt bewilligt worden, mit dem der Verein neue Wege beschreiten will. Es wird durch die EU und das Ministerium für Soziales und Familien unterstützt. Einen Raum zu finden, war kein Problem. Unter dem Dach stand einer leer. "Wir haben ihn innerhalb von einigen Tagen hergerichtet und sieben Computerarbeitsplätze geschaffen. Die Technik war ja vorhanden", erzählt Christine Mansfeld, stellvertretende Vereinsvorsitzende. Auch das nötige Personal war schnell gefunden. Mit Vivien Müller, Sabine Thon, Renate Hensling, Regina Villmannund der Projektleiterin Sigrid Straßburg stehen geschulte Frauen für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen zur Verfügung. Sie freuen sich, zumindest für sechs Monate eine Aufgabe zu haben und hoffen auf Verlängerung. "Vielleicht passiert ein Wunder", sagt Annette Losensky. Vor allem an den Schulen soll der Effekt des Projektes sichtbar werden. "Früher kamen die Kinder vor allem, um zu spielen", erzählt Christine Mansfeld. Jetzt sollen sie den PC nutzen, um ihre kreativen und logischen Fähigkeiten zu erweitern und dabei stärker in der Gemeinschaft arbeiten. Annette Losensky wies zudem auf die soziale Komponente hin. "Unsere Mitarbeiter werden auch ein Auge auf Ordnung, Sauberkeit und den sorgfältigen Umgang mit der teuren Technik haben", sagte sie. Die ersten Gäste waren in dieser Woche Mädchen und Jungen aus der vierten Klasse der Grundschule "Gustav Bruhn". Sie sollten am Eröffnungstag jedoch noch nicht mit dem Computer arbeiten, sondern erfahren, was "Klick mal" ihnen bietet und das Büfett genießen, das Azubis aus dem Haus fülr sie zubereitet hatten. Ihre Lehrerin Angelika Wieland freut sich, dass das Projekt wieder startet. "Wir waren im vergangenen Jahr mit unseren Flex-Klassen zur Computerausbildung hier. Viele Kinder nutzten vorher schon das Angebot im Angerzentrum. Wir haben zwar auch in der Schule Computer, aber für Projektarbeit sind eine andere Umgebung und andere Ideen gut", meinte sie. Der Ansturm wird sicherlich groß werden. "Wir hatten schon vor der Eröffnung die ersten Anfragen", berichtet Annette Losensky. Deshalb ist eine Voranmeldung günstig." Ihr ist wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass sie ihr geistiges und handwerkliches Geschick einsetzen müssen, um den PC als sinnvolle Erleichterung und Ergänzung zu nutzen. Dass das Projekt für Kinder kostenlos ist, außer wenn hochwertige Materialien wie Fotopapier benötigt werden, kommt dem Anspruch entgegen, allen Kindern gleiche Lern- und Berufschancen zu bieten, auch sozial benachteiligten. Wie die jüngsten PISA-Studie zeigt, hat Brandenburg da erheblichen Nachholbedarf.

