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Fördermittel für soziale Angebote der Wohlfahrtspflege
27.02.2004 Uckermark (MOZ)
Die Träger der freien Wohlfahrtshilfe erhalten in diesem Jahr rund 1,1 Millionen Euro Zuschüsse aus dem Kreishaushalt. Der Ausschuss für Kultur, Bildung und Soziales hat einem entsprechenden Beschlussvorschlag der Verwaltung einstimmig zugestimmt. Die Verwendung der Mittel wird auf Grundlage eines Konzeptes zur Förderung der freien Wohlfahrtspflege bestimmt. "Der Landkreis Uckermark hat ein Angebot an sozialen Diensten bereitzustellen und konzentriert sich dabei vor allem auf niedrigschwellige Angebote", erklärte Amtsleiter Lothar Thiele. Gemeint ist damit, dass vorrangig Beratungsstellen, Kontakt- und Begegnungsstätten und ähnliches gefördert werden sollen, die allgemein zugänglich und breit gefächert sind, ohne dass Besucher etwa einen Einzelanspruch nachweisen müssen oder eine Überweisung brauchen. Ein psychisch kranker Mensch hat beispielsweise einen möglichen Anspruch auf einen betreuten Wohnplatz, der einzeln genehmigt und auch finanziert wird. Darüber hinaus hat er jedoch die Möglichkeit, nach eigenen Wünschen eine Kontakt- und Beratungsstelle aufzusuchen. Zu den Angeboten, die der Kreis finanziell unterstützen will, gehören unter anderem Schuldnerberatungsstellen, Seniorenklubs, Selbsthilfegruppen oder die Familienhilfe. "Ein weiterer wesentlicher Grundsatz der Verwaltung ist, bestehende Angebote kontinuierlich zu fördern, um das, was einmal aufgebaut ist, nicht in den Sand zu setzen", erklärte Lothar Thiele. Bis jedoch ein endgültiger Kreishaushalt aufgestellt ist, können viele Träger nicht warten. Deshalb wurde das Konzept bereits im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung zum Beschluss vorgelegt. Der Kreis finanziert dabei nur die Lücken, die nicht durch Spenden, Eigenmittel oder Eigenbeteiligung der Nutzer aufgebracht werden können. In der Liga der Wohlfahrtsverbände der Uckermark hatte man in Anbetracht der Finanznot des Kreises zuvor ein gemeinsames Konzept erarbeitet, wer wie viel Mittel für welchen Zweck beantragen soll. Mit dem Fördervorschlag zeigten sich die Ligamitglieder sehr zufrieden. So soll der kreisliche Zuschuss für die Frauenhäuser in diesem Jahr in Höhe von 17 700 Euro zur Förderung der Personalkosten beibehalten werden. Die MAQT Pinnow erhält rund 11 000 Euro für pflegeergänzende soziale Arbeit. Der AWO-Ortsverein Schwedt wird mit 21 000 Euro für Seniorenklubs unterstützt. Die DRK-Begegnungsstätte Angermünde kann auf einen Zuschuss von 4200 Euro hoffen. über 30 Selbsthilfegruppen stehen insgesamt 3690 Euro an finanzieller Unterstützung zur Verfügung. Der Kreisverband der Lebenshilfe erhält einen Zuschuss von insgesamt 78 540 Euro für Angebote der Behinderten- und Familienhilfe in Schwedt, Angermünde und Templin. Das Integrationsprojekt für mehrfachgeschädigte Suchtkranke der Diakonie in Angermünde und Schwedt wird mit insgesamt 46 750 Euro gefördert. Die Schutzhütte Schwedt erhält nach dem Beschlussvorschlag 10 760 Euro. Auch Angebote für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten werden vom Kreis gefördert. Dazu gehören unter anderem der Arbeitslosenverband Schwedt, die Kleiderkammern des DRK in Angermünde und Schwedt und die Schuldnerberatungen in Angermünde, Schwedt, Prenzlau und Templin. Auch die Suchtberatung des MSZ in Angermünde und Templin kann auf finanzielle Zuschüsse hoffen. Das Förderkonzept wird im Kreistag im März beschlossen.
