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Helfer als Segen für die Ortsteile 03.11.2004 Angermünde(MOZ)

Von Kerstin Kossatz

Bei Montagsdemonstrationen stoßen die so genannten Ein-Euro-Jobs auf harsche Kritik. In den Angermünder Ortsteilen ist man indes froh, mit den insgesamt 46 Arbeitsgelegenheiten Hilfe bei Aufgaben zu bekommen, die sonst niemand erledigen würde. Auch manch ehrenamtliche Initiative kann nun zumindest etwas belohnt werden. Probleme, die Stellen zu besetzen, gab es nicht. Nur das Geld für Material fehlt vielerorts. Sie streichen Bänke, pflegen Anlagen und helfen in Schulen - die 46 Frauen und Männer, die seit einigen Wochen in Arbeitsgelegenheiten vermittelt wurden. Fast alle Ortsteile Angermündes wurde bedacht. "Einige haben jetzt verzichtet und Bedarf für das Frühjahr angemeldet", informiert Sigrun Rebentisch von der MAQT, die die Kräfte betreut. Einmal in der Woche besucht sie die Leute vor Ort, die 1,10 Euro für eine Arbeitsstunde erhalten. In Dobberzin hat der Einsatz von Rainer Fechtner nicht nur für gepflegtere Anlagen und laubfreie Plätze gesorgt, sondern auch einen herbstlichen Höhepunkt für die Kinder gerettet. Weil sie auf dem Rapsfeld ihre Drachen nicht steigen lassen duften, beräumte der 51-Jährige das freie Baugelände am Gutshaus. Ortsbürgermeister Hans-Joachim Kuck freut sich einmal mehr, dass Dobberzin als einer der ältesten Ortsteile Angermündes nun gleichberechtigt mit den anderen behandelt wird. Kerkow hat zwei Stellen bewilligt bekommen. Harald Eckner, Jugendwart beim örtlichen Sportverein, sorgt auf dem Sportplatz und bei der Feuerwehr für Ordnung. Ramona Finke gibt ihre beiden Kinder nun nicht mehr nur in der Kita ab, sondern bleibt auch gleich da. "Sie säubert das Gelände und hilft drinnen mit", berichtet Ortsbürgermeister Reinhard Koslowski. "Die Kinder kennen sie. Es läuft wunderbar. Und auf dem Kita-Gelände stehen auch ganz schön viele Bäume, deren Laub jetzt rieselt." Zwei zusätzliche Helfer hat auch Schmargendorf erhalten. Sie unterstützten vor allem den Gemeindearbeiter. "Sie haben unseren Versammlungsraum gemalert. Jetzt sind sie auf dem Friedhof und beschneiden Bäume. Demnächst geht es ans Laub harken", sagt Ortsbürgermeister Wilfried Mercier. "Die Beiden sind eine große Hilfe." Manfred Sonntag ist gelernter Tischler und kann sein handwerkliches Geschick vielfältig einsetzen. Elke Seils, die bislang schon geringfügig durch einige Arbeiten dazu verdient hat, kümmert sich um das Gemeindehaus und den Friedhof. Der Gemeindearbeiter, so berichtet Wilfried Mercier, wird deshalb nicht arbeitslos. "Er hat die Technik unter sich und fährt das Laub ab." Altkünkendorf hat drei solcher 1,10-Euro-Stellen bekommen. Ortsbürgermeisterin Anita Schwaier hatte keine Probleme, Arbeit für die Helfer zu finden. "Ihre wichtigste Aufgabe war das Anstreichen von Sitzgruppen und Bänken auf dem Wanderrastplatz, an der Straße und am Dorfgemeinschaftshaus. Sie haben den Holzzaun am Spielplatz gestrichen, die Geräte dort teilweise repariert und sind enorm fleißig", schätzt die Ortsbürgermeisterin ein. Dennoch würde Altkünkendorf in diesem Jahr wohl fast vom Laub verschüttet, wenn nicht weitere Helfer hergeschickt würden. "Wir haben große Probleme mit den vielen Kastanien", so Anita Schwaier. "Der Landschaftspflegeverband hat vier Leute bewilligt, die dem Laub dort zu Leibe rücken, wo keine Anlieger wohnen. Die Leute müssen aber untergebracht werden. Es wird jetzt kälter." Damit nicht ständig jemand zum Dorfgemeinschaftshaus eilen muss, um es auf- und zuzuschließen, hat die Ortsbürgermeisterin kurzerhand ihre eigene Küche als Pausenraum zur Verfügung gestellt. Fehlt nur noch die Lösung für die Entsorgung des Laubes. "Das Problem mit der Miniermotte ist bekannt. Normalerweise müsste das Kastanienlaub verbrannt werden, meint Anita Schwaier. Aber auch bei den Arbeitsgelegenheiten auf 1,10-Euro-Basis gibt es nicht nur eitel Freude. Die benötigten Materialien werden nicht bezahlt. Viele Ortsbürgermeister schießen Geld erst einmal aus ihrer eigenen Tasche vor. "Die Verfügungsmittel der Ortsbeiräte sind bisher nur zur Hälfte frei gegeben. Der Haushalt ist zwar beschlossen und seit Ende voriger Woche wohl auch genehmigt. Die Auszahlung erfolgt aber nach Information der Stadtverwaltung erst, wenn der Haushalt veröffentlicht ist", schildert die Altkünkendorfer Ortsbürgermeisterin die Lage. Diese Bürokratie hat ihr bislang 400 Euro Außenstände für Farbe, Pinsel und anderes beschert. Andere Ortsteile haben keine Verfügungsmittel oder sie schon anderweitig verplant gehabt. Diese Erfahrung kann Sigrun Rebentisch aus anderen Ortsteilen bestätigen. "Auch die MAQT kann hier nur in Ausnahmefällen helfen", sagt sie.


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