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Mikroprojekte im ländlichen Raum 15.08.2005 Uckermark
Von Oliver Schwers und Dietmar Rietz
Das Bundesprogramm "Lokales Kapital für Soziale Zwecke" wird in der Uckermark fortgesetzt. An dem Modellvorhaben des Bundes und des Europäischen Sozialfonds hatte sich der Landkreis bereits im vergangenen Jahr beteiligt. Jetzt kam die Bestätigung für die Weiterförderung im Zeitraum 2005 und 2006. Hinter dem Programm "Lokales Kapital für Soziale Zwecke" (LOS) verbergen sich so genannte Mikroprojekte, die bis zu hundert Prozent aus europäischen Mitteln gefördert wurden. Das Vorhaben fand in der abgelaufenen Periode auf lokaler Ebene eine große Resonanz. Dabei erhielten Vereine, Initiativen, freie Träger oder Wohlfahrtsverbände finanzielle Unterstützung, um die Beschäftigungschancen benachteiligter Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu steigern. Insgesamt konnten zwölf Mikroprojekte bewilligt werden. Auf dem Regionalentwicklungsausschuss des Kreistages zog der Uckermärkische Regionalverbund als beauftragte Koordinierungsstelle eine Bilanz. Demnach standen 2004/2005 genau 100 000 Euro für uckermärkischen Antragsteller zur Verfügung. Jedes einzelne Vorhaben konnte mit bis zu 10 000 Euro unterstützt werden. Die Kleinstvorhaben sollten die berufliche Eingliederung und lokale Initiativen für die Beschäftigung besonders benachteiligter Menschen fördern. Auch Starthilfen für soziale Betriebe konnten davon profitieren. Gleichzeitig hatten Maßnahmen eine Chance, die zur Sicherung der sozialen und kulturellen Infrastruktur, zur Erweiterung von Qualifizierungsangeboten, zur Gründung von Netzwerken im ländlichen Raum und zur Stärkung des Ehrenamtes beitrug. Ein Begleitausschuss aus Verwaltung, Bürgern und Bildungsträgern traf die Entscheidung über die förderfähigen Vorhaben. So erhielt der Dorfverein Crussow für die Einrichtung einer Leseecke als Ersatz für die frühere Kreisfahrbibliothek einen Zuschuss. In Gramzow wurde eine Beratungsstelle für Arbeitsuchende unterstützt. Der Schwedter Verein Immanuel konnte einen Koordinator für sozial Benachteiligte und Randgruppen wie zum Beispiel Strafentlassene finanzieren. Auch Jugend-, Sport- und Kunstprojekte fanden Berücksichtigung. Mit der Fortsetzung des Bundesprogramms soll der Abwanderung junger Leute und der Zunahme sozialer Hilfebedürftigkeit entgegengewirkt werden. Der Uckermärkische Regionalverband nimmt neue Anträge von Vereinen, Initiativen und Akteuren entgegen. Thematisch sollten sich die Vorhaben auf gemeindenahe Dienstleistungen, Kultur, Tourismus, Umweltschutz, auf Maßnahmen gegen Schulabbruch oder auf Berufsorientierung beziehen. Gefördert werden können auch Aktivitäten lokaler Vereinsarbeit, Selbsthilfegruppen und Netzwerke. Das Schwedter LOS-Projekt präsentiert sich neuerdings auf einer neuen Internetseite - www.schwedt.de/los.index. Gestaltet hat sie Sven Blessin als zeitweiliger Mitarbeiter im Stadtteilbüro Am Waldrand. Dort finden sich Hinweise zur Antragstellung für Mikroprojekte, Fördergebiete und lokale Koordinierungsstellen, Links zu lokalen LOS-Seiten im Internet, Dokumente, Logos, Termine, Pressemitteilungen und Programme. Eines der erfolgreichen Mikroprojekte in Schwedt ist die Vorbereitung von "Assessment Schule - Berufswahl - Betrieb" beim Uckermärkischen Berufsbildungsverein. Die von Großunternehmen genutzte Assessment – Center -Technik wurde für die Berufswahl-Entscheidung von Jugendlichen neu konzipiert. Andere Projekte waren eine Startsprechanlage für den BMX-Club, Gestaltung eines Spielplatzes durch arbeitslose Eltern für die St. Katharinen - Kita, Sprachförderung bei der MAQT oder Unterstützung der Computerwerkstatt in einer Grundschule. In Schwedt entscheidet ein Vergabebeirat über die Projekte und trifft so eine Vorauswahl. Für Mikroprojekte standen dem Schwedter Stadtteilbüro erst 75 000 Euro im Jahr zur Verfügung, zuletzt 100 000 Euro. Von den Summen blieb mangels geeigneter Projekte etwa je ein Drittel ungenutzt.
