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Pausenbrot im Kerzenschein
Angermünde (moz) Tischdecken, Blumen, Kerzen, Kissen auf den Stühlen – die Cafeteria im Angermünder Einstein-Gymnasium ist kaum wiederzuerkennen. Sie hat den ihr bisher anhaftenden Schmuddelcharme vollends abgelegt. Die neue Betreiberin ist die Märkische Ausbildungsgesellschaft, Qualifizierungs- und Trainingszentrum (MAQT). Diese hat die lieblos eingerichteten Kellerräume in ein einladendes Schulcafé verwandelt. Jetzt wird auch noch die Versorgung der Schüler und Lehrer aufgepeppt. Auf den Speiseplan kommen abwechslungsreiche und gesunde Angebote und kulinarische Projektwochen.

Die Dönerbude oder der Bäcker um die Ecke waren bislang Anlaufstellen für hungrige Gymnasiasten in der Mittagspause. Zwar gibt es im Keller des Schulgebäudes eine Cafeteria, doch der lieblose kahle Raum und das Angebot sorgten seit Langem für Unzufriedenheit und Diskussionen um eine attraktivere Pausenversorgung, zumal das Gymnasium Ganztagsschule ist und viele, gerade auswärtige Schüler oft bis zum späten Nachmittag in der Schule weilen. Für Schulleiterin Kerstin Hainich-Doepner war der Zustand nicht mehr hinnehmbar. Der Landkreis als Schulträger hatte die Pausenversorgung in der Cafeteria neu ausgeschrieben. Interessenten gab es mehrere, doch sie sprangen wieder ab, als sie die dunklen, muffigen Räume im Keller sahen. Die MAQT, ein gemeinnütziger Ausbildungsträger, ließ sich davon nicht abschrecken, erhielt den Zuschlag und zeigte, was man mit Engagement und Ideen daraus machen kann, malerte, dekorierte und richtete neu ein. "Es ist wunderschön geworden, die Tische zieren Blumen, die Stühle haben weiße Hussen und Kissen und morgens duftet es jetzt nach frisch gebrühtem Kaffee statt nach altem Frittenfett", freut sich Kerstin Hainich-Doepner. "Es ist eine freundliche, einladende Café-Atmosphäre entstanden, die sicher gern von den Schülern und auch uns Lehrern in Pausen, in Freistunden oder nach dem Unterricht genutzt wird. Bisher saßen die Schüler oft im Foyer herum, jetzt können sie sich in der Cafeteria treffen und entspannen.", So eine Wohlfühlatmosphäre war der neuen Betreiberin genauso wichtig, wie ein gesundes Imbissangebot. "Statt hektisch und gedankenlos im Stehen zu essen, sollen die Jugendlichen wieder lernen, zu genießen und bewusst zu essen. Dazu gehört ein kulturvolles Ambiente ebenso, wie eine Kost nach den Grundsätzen der gesunden Ernährung", erklärt Geschäftsführerin Anette Losensky. Ihre Erfahrungen aus zahlreichen Projekten der Kinder- und Jugendarbeit fließen auch in das Konzept für die Schul-Cafeteria ein. "Heute wird in vielen Familien kaum noch gekocht, statt dessen kommen Fast food und Fertiggerichte auf den Tisch. Die Kinder verlieren den Bezug zu den Produkten, verlernen, dass Essen auch ein Stück unserer Kultur ist", sagt Anette Losensky. Für sie gehören deshalb Blumen und Tischdecken auch in einer Schule dazu und Kerzen – aus Brandsicherheit nur batteriebetriebene – zaubern anheimelnde Stimmung. Schülerfreundlicher ist auch der durchgehende Betrieb in der Zeit von 7 Uhr bis mindestens 15 Uhr, der den Bedürfnissen einer Ganztagsschule gerecht wird. So können die Jugendlichen auch in Freistunden oder nachmittags, nach den Hausaufgaben oder bis der Schulbus fährt, hier in angenehmer Atmosphäre verweilen. Auf der Speisekarte finden sich Vollkornbrötchen mit Käse oder Schinken, Sandwiches mit Hühnchen oder Thunfisch, Bockwurst, Cordon bleu, Rohkost- und Obstsalat, Tee, Milchkaffee, Apfelschorle, Erdbeermilch. "Wir legen Wert darauf, Obst und Gemüse der Saison und aus der Region zu verarbeiten, teilweise auch aus unseren eigenen Projektgärtnereien", berichtet Anette Losensky. Geplant sind außerdem einmal im Monat Projekttage mit Schülern und Eltern zum Thema gesunde Ernährung sowie kulinarische Höhepunkte zu Festen wie Halloween oder Weihnachten. Wenn die Caféteria gut angenommen wird, könnte nach den Herbstferien auch ein warmes Mittagessen angeboten werden. Bisher wurde eine Mitarbeiterin eingestellt, eine zweite ist beabsichtigt.
