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Startklar für die neue Heimat Schwedt / Angermünde (MOZ)
Von Daniela Windolff
MAQT bietet Sprachkurse und Hausaufgabenbetreuung für Kinder und Erwachsene aus Zuwandererfamilien an 12.09.2006 Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Das beobachten Sozialarbeiter, Lehrer und andere Fachkräfte, die täglich mit Kindern und Erwachsenen aus Zuwandererfamilien zu tun haben, immer wieder. Ohne Verständigung fällt das Einleben in die neue Heimat Deutschland schwer, bleiben Ausländer und Spätaussiedler unter sich, grenzen sich aus, werden ausgegrenzt, Kinder finden keine Freunde, Erwachsene keine Arbeit... Ein teuflischer Kreislauf, den die Märkische Ausbildungsgesellschaft, Qualifizierungs- und Trainingszentrum (MAQT) durch ein maßgeschneidertes Projekte durchbrechen will. Sie bietet zusätzlich Sprachkurse für Jugendliche und Erwachsene sowie Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe für Kinder an. Alla Kuhn lebt seit vier Monaten in Deutschland. Die junge Frau aus Russland ist in das Land ihrer Vorfahren zurückgekehrt und doch fremd. "Ohne Sprache findet man keine Heimat." Deshalb büffelt sie eifrig Vokabeln, versucht, die Tücken der deutschen Grammatik zu begreifen und wird dabei nicht allein gelassen. Sie ist eine der Kursteilnehmerinnen, die täglich vormittags zum Deutschkurs ins MAQT - Zentrum im Schwedter Dammweg 1 kommen. "Startklar" heißt das Projekt. Der Name ist Programm. Hier werden Frauen und Männer aus Russland, der Ukraine, aus Polen, Afghanistan, Finnland usw. sprachlich fit gemacht und für die Deutschprüfung vorbereitet, die das neue Zuwanderungsgesetz vorschreibt. Wem der Unterricht nicht reicht, der kann nachmittags das Gelernte im Einzelunterricht vertiefen, so wie Alla Kuhn, die nach nur vier Monaten schon sehr gut Deutsch spricht und lesen kann. "Wichtig ist, dass die Leute freiwillig lernen möchten", weiß Gudrun Krägenbring, eine der beiden Deutschlehrerinnen im Projekte "Startklar". "Der Kurs wird sehr individuell gestaltet, weil jeder Teilnehmer ja andere Vorraussetzungen mitbringt", erzählt Gudrun Krägenbring. Sie ist erfahrene Deutschlehrerin mit sonderpädagogischer Zusatzausbildung. Auch Erika Asup ist Fachlehrerin und zudem russische Muttersprachlerin, die Brücken baut, wenn es mit der Verständigung gar nicht klappen will. Während die Erwachsenen am Vormittag die "Schulbank" drücken - die meisten sind arbeitslos, weil sie die Sprache nicht beherrschen - kommen nachmittags die Kinder. "Sie sind vormittags in der Schule, brauchen aber besonders viel Förderung, auch wenn Kinder bekanntlich schneller lernen", erzählt Anja Luy, Projektkoordinatorin der MAQT. Meist sind es Kinder aus Migrantenfamilien aber auch Kinder aus sozial schwachem Elternhaus, die Probleme in der Schule haben, besondere Förderung in bestimmten Fächern oder einfach nur Betreuung bei den Hausaufgaben brauchen. Nicht jede Familien kann sich professionelle Nachhilfe leisten. Die MAQT bietet ihre Leistungen kostenlos an. Zwar werde auch in den Schulen Sprachunterricht für Migranten- und Aussiedlerkinder angeboten, doch der reiche oft nicht. Die Folge: Die Kinder kommen im Stoff nicht mit, rutschen in den Leistungen ab, finden schwer Kontakt zu gleichaltrigen deutschen Kindern und bleiben unter sich. "Wird darüber hinaus in den Familien nicht Deutsch gesprochen und wohnen sie wie so häufig in Wohnblocks, in denen fast ausschließlich Ausländer und Spätaussiedler zusammenleben, entsteht eine Ghettowirkung. Nicht selten entwickeln sich so auch Verhaltensauffälligkeiten. Dabei sind es oft sehr intelligente Kinder". weiß Anja Luy. Im MAQT - Zentrum erhalten sie individuelle Hilfe beim Deutschlernen und Nachhilfe in vielen Fächern. Und vor allem finden sie hier Verständnis. Zuwendung und entwickeln Selbstvertrauen. "Die Zusammenarbeit mit den Schulen klappt sehr gut. Ein kurzer Draht zu den Lehrern ist wichtig, um bestimmte Probleme mit den Kindern gemeinsam zu besprechen", sagt Anja Luy. Innerhalb von nur fünf Monaten haben schon mehr als 50 Kinder die kostenlose Hausaufgabenbetreuung und Sprachförderung der MAQT genutzt. Die ansprechend gestalteten Räume sind zudem mit Spiel- und Bastelmaterial ausgestattet. Nun soll das Erfolgsprojekt auch in Angermünde an den Start im Kreativzentrum in der Breitscheidstraße kostenlose Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung an, die offen für jedes Kind ist. "Das Neubaugebiet als sozialer Brennpunkt und die Grundschule "Gustav Bruhn" sind in der Nähe, das Kreativzentrum wird ohnehin schon nachmittags viel von Kindern genutzt", hofft Anja Luy auf guten Zuspruch. Läuft es in Angermünde gut an, soll es erweitert werden.

