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Vom Kaffeeklatsch bis Seniorenstammtisch 11.09.2003 Angermünde (MOZ)

Von Kerstin Kossatz

Sie haben nicht oft die Gelegenheit, sich in Schale zu werfen. An diesem Nachmittag jedoch machen sich die Frauen und Männer schick. Es geht außer Haus, zur großen Kaffeetafel. 35 Leute mit Pflegestufe werden derzeit von Mitarbeitern der Märkischen Arbeitsfördergesellschaft Qualifizierungs- und Trainingszentrum (MAQT) betreut. Viele von ihnen sind gehbehindert oder sind so gehandicapt, dass sie kaum aus dem Haus kommen. "Deshalb haben wir heute zum ersten Kaffeeklatsch eingeladen", erzählt die Pflegedienstleiterin Christine Mansfeld. Zudem sollten die Gäste der Kaffeetafel einmal sehen, zu wem ihre Betreuer noch fahren. "Manche von ihnen werden sich sogar kennen, vielleicht haben sie einmal zusammen gearbeitet", mutmaßte Christine Mansfeld bei der Begrüßung. Ob bekannt oder nicht, es wurde ein unterhaltsamer Nachmittag in dem Haus in der Angermünder Breitscheidstraße. Dazu trug auch die Bölkendorferin Liesbeth Robinski bei, die ihr Keyboard im Gepäck hatte. Nach der Stärkung mit einem Stück Obstkuchen spielte die unverwüstliche 92-Jährige, die auf vielen Seniorenveranstaltungen Musik macht, Volkslieder. Im Stehen natürlich, damit sie den Überblick behält und Musikwünsche nicht überhört. Der erste Kaffeeklatsch soll nicht der letzte sein. Man will sich häufiger treffen, unterhalten und austauschen. Nächster Treffpunkt ist wahrscheinlich im Advent. Die MAQT ist als Träger eines ambulanten Pflegedienstes vielleicht noch nicht so bekannt. Immerhin kümmert er sich schon seit 1996 um pflegebedürftige Menschen und betreut Seniorenklubs, vorrangig im Amt Angermünde-Land. Sieben Mitarbeiter sind in der ambulanten Pflege tätig, darunter drei examinierte Krankenschwestern, eine examinierte Altenpflegerin und zwei Pflegehelferinnen. Die zu betreuenden Leute wohnen im ganzen Amtsbereich verstreut, in Schmiedeberg, Günterberg, Stolpe, Bruchhagen, Greiffenberg und anderen Orten. Die Pflegekräfte sind viel auf Achse, um Verbände zu wechseln oder Spritzen zu geben, z. B. gibt es viele Diabetespatienten, die sich nicht selbst die Insulinspritze geben können. Die MAQT-Mitarbeiterinnen begleiten aber auch Patienten zum Arzt und betreuen ihre Hauswirtschaft. Zudem kommt bei Bedarf das Essen auf Rädern. Nicht nur das Problem Gesundheit, auch die Einsamkeit macht älteren Menschen oftmals zu schaffen. Dagegen helfen Gespräche oder kleine Arbeiten, die das Gefühl geben, etwas Nützliches zu tun und gebraucht zu werden. Das ist im Haus der MAQT möglich. Angebote wie Floristik, etwas Gärtnern oder auch Singen können hier genutzt werden. "Außerdem planen wir ab 1. Oktober einen wöchentlichen Seniorenstammtisch, der Leuten aus dem Umfeld Unterhaltung bieten soll, bei dem man Gespräche zu Tagesthemen führen oder auch einfach seine Probleme loswerden kann", erzählt Christine Mansfeld. Vorgesehen ist der Stammtisch mittwochs um 14 Uhr. Wer will, kann hier vorher um 13 Uhr Mittagessen und später auch die Angebote im Haus nutzen, z. B. sich mal an den Computer setzen.

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