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Zuwachs durch Rückkehrer aus Schwedt
Von Kerstin Kossatz
Am Mittwoch werden sich bei Familie Pasenow im Mürow die Leute die Klinke in die Hand geben. Nicht, weil sie von ihrem Ortsbürgermeister etwas wollen. Diesmal bekommt er etwas: Glückwünsche zum Geburtstag, nicht nur von Ehefrau Barbara und den beiden Kindern. Jürgen Pasenow wird 51. Seit 1991 ist der gebürtige Mürower selbstständiger Unternehmer, baut vor allem Eigenheime. Erfahrungen als Volksvertreter hat Jürgen Pasenow schon seit zwei Jahrzehnten, als Gemeindevertreter und stellvertretender Bürgermeister. Nun steht er an der Spitze des Ortsbeirates, dem außerdem Jens Wittstock und Burkhard Discher angehören. Er habe sich nicht um die Aufgabe gerissen, sagt der etwas wortkarge Mann. "Aber es standen wichtige Ereignisse und Entscheidungen an", meint er. So feiert Mürow im August 650. Geburtstag. In Zusammenarbeit mit dem Heimatverein, der 2003 gegründet wurde, ist viel vorzubereiten. Jürgen Pasenow ist Mitglied des Vereins und hatte sich von ihm auch bei der Ortsbeiratswahl aufstellen lassen. Auch die DAV-Ortsgruppe, die Feuerwehr und der Dartverein sind im Dorf aktiv. Nach der Eingemeindung hat es für den Ortsteil Mürow, der etwa 400 Einwohner zählt und in den letzen Jahren Zuzug vor allem durch Rückkehrer aus Schwedt hatte, schon etwas Ernüchterung gegeben. Im Zuge der Haushaltsdiskussion der Angermünder SVV stand kurzzeitig die Schließung der Kita im Schloss zur Debatte, die jetzt in städtischer Trägerschaft ist. Das ist vorerst vom Tisch. Allerdings erregte die SVV-Entscheidung die Gemüter der Einheimischen, dass die Straße am Dorfteich nicht wie vorgesehen zum Dorfjubiläum instand gesetzt wird. "Wir hatten das noch als eigenständige Gemeinde beschlossen und die Stadt beruft sich auf fachliche Bedenken. Wir hätten die Hälfte unseres Kopfgeldes dafür verwendet. So billig kriegen wir den Straßenbau nie wieder", sagt Jürgen Pasenow, der dies als den "ersten Dämpfer nach der Eingemeindung" bezeichnet. Nun fließt das Kopfgeld in die Jubiläumsfeier vom 19. bis 22. August. Als positiv empfindet der Ortsbürgermeister, dass die Ortsteile über eine festgelegte Pauschale verfügen können, die entsprechend den eigenen Vorstellungen aufgeteilt werden. In Mürow fließt sie in verschiedene Veranstaltungen. Zu den kulturellen Vorhaben zählen in diesem Jahr neben der Jubiläumsfeier der Skat- und Spielabend, Fackelzug und Lagerfeuer am 2. Oktober, Rentnerweihnachtsfeier und eventuell eine Silvesterfeier. Gut ist die Verkehrsanbindung von Angermünde. "Allerdings nicht mehr mit dem Zug", sagt Jürgen Pasenow. "Er fährt im Stundentakt langsam über die Brücke aber hält nicht mehr an." Dafür fährt der Bus bis ins Oberdorf. Einkaufsmöglichkeiten gibt es wie in den meisten Orten durch den Landverkauf. Investitionen sind 2004 nicht mehr vorgesehen, sagt Jürgen Pasenow. Im Park müsse vor der Jubiläumsfeier noch einiges erledigt werden. Dazu gibt es eine ABM der MAQT. Nach Wünschen für die Zukunft gefragt, wird der 51-Jährige allerdings zurückhaltend. Utopien sind nicht sein Ding.

